Bild vom 17.12.2009 – Lebendes Kind für tot erklärt

Eltern fordern 16.000 Euro Schmerzensgeld.

Dortmund – Für Dilek G. (26) war es ein Schock: Eine Dortmunder Ärztin sagte ihr, dass ihr Baby im Mutterbauch tot sei. Das Baby, das heißt Alpay und ist mittlerweile ein 3-jähriger, gesunder Junge.

Rückblick: Im Februar 2006 kam Dilek mit starken Blutungen in der 8. Schwangerschaftswoche ins Krankenhaus. Weil sie damals keine Herztöne hörte, wollte die behandelnde Ärztin eine Ausschabung durchführen. Dilek und ihr Mann Süleymann (27) waren geschockt, gingen zu einer anderen Ärztin. Die stellte fest: Das Kind lebt (BILD berichtete).

Gestern verklagte die Eltern das Krankenhaus auf Schmerzensgeld. 16.000 Euro für seelischen Schaden soll die Klinik zahlen. Doch die Anwältin der Klinik lehnte das ab. Den Vorschlag der Richterin, 3.500 Euro pro Elternteil zu zahlen, schlug sie ebenfalls aus.

Dilek G. sagte im Gericht: „Es ist schwer für mich, Alpay richtig lieb zu haben. Mir fehlt die Bindung zu ihm. Ich kann keine Mutterliebe für ihn empfinden, habe ständig Albträume, in denen er tot ist.“ Ein Gutachten soll jetzt klären, ob die Eltern psychische Schäden haben.
 

Marler Zeitung vom 17.12.2009 – Eltern verklagen Krankenhaus

Embryo für tot erklärt – Kind lebt

Dortmund. (Inw) Drei Jahre nach einer schweren Fehldiagnose hat jetzt der Schmerzensgeld-Prozess gegen das Dortmunder Johannes-Hospital begonnen.

Eine Oberärztin der Klinik hatte den Embryo eines Ehepaares Anfang 2006 für tot erklärt und eine Abtreibung empfohlen. Tatsächlich war das Kind später gesund zur Welt gekommen.

Für ihr angeblich erlittenes psychisches Leid fordern die Eltern nun 16.000 Euro Schmerzensgeld. Das Krankenhaus lehnt eine Zahlung ab. Es sei nicht klar, ob überhaupt ein Schaden entstanden sei, hieß es zum Prozessauftakt am Dortmunder Landgericht.

Die Mutter des heute dreijährigen Jungen hatte im Prozess erklärt, dass sie ihr Kind einfach nicht richtig lieben könne. Sie leide noch immer unter der Fehldiagnose und habe keine Geduld. Ob die psychischen Probleme aber tatsächlich mit ihrem Aufenthalt im Johannes.-Hospital zusammenhängen, soll nun ein Sachverständiger klären. Mit einem Urteil ist erst im Oktober 2010 zu rechnen.